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Wenn man den Beginn der Geschichte mit dem ersten Vorliegen schriftlicher Überlieferungen gleichsetzt, dann endet die
Vorgeschichte auch in der Nordpfalz mit den Kelten. Zwar hat bereits Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr. auf die Kelten hingewiesen, doch erst durch Cäsar wird unsere Kenntnis differenzierter. Da aber
der pfälzische Raum im „Gallischen Krieg“ keine Rolle gespielt zu haben scheint, ist er bei Cäsar auch nicht genannt.
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Die Kenntnis über die Kelten in der Nordpfalz beruht deshalb ausschließlich auf Überresten und Ausgrabungen.
Das gilt insbesondere für den Donnersberg, denn auf dessen Gipfel hat sich eine umfangreiche keltische Befestigungsanlage befunden. Deren eindrucksvolle Reste sind noch heute zu sehen:
Das rund 8,5 km lange Ringwallsystem, das die Anlage geschützt hat, hebt sich über weite Strecken im Gelände deutlich heraus und kann begangen werden. Der Ringwall auf dem Donnersberg
ist allein schon damit eine bemerkenswerte Anlage. Dazu kommt deren Fläche: Mit rund 240 ha stellt sie das drittgrößte „Oppidum“ (Stadt) in Mitteleuropa dar. Etwa die Hälfte jener
Fläche - das Ostwerk (A) - muss man sich zur keltischen Zeit als auf Dauer
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besiedelte Stadt vorstellen, während der andere Teil - das Westwerk (B) - als Viehweide und Refugium zu denken wäre. Über die Baugeschichte dieser Anlage wissen wir durch eine Reihe von
Ausgrabungen inzwischen recht gut Bescheid: Um die Mitte des 2. vorchristlichen Jahrhunderts besteht auf dem Donners- berg eine spätkeltische Siedlung. Nördlich von ihr liegt eine kleine Befestigung:
der Schlackenwall (I). Und südlich jener Siedlung befindet sich ein Heiligtum: die „Viereckschanze“ (II). Die daraufhin erbaute weit umfangreichere Befestigungsanlage - der heutige Ringwall
- ist dagegen anscheinend niemals zerstört worden. Dennoch haben die Kelten den ursprünglich befestigten Raum mehrfach verkleinert, zunächst um das Westwerk (B), dann um das nordwestliche Ostwerk
(Az) durch Einfügung eines Zwischenwalls. Schließlich ist die Stadt im vorletzten Jahrzehnt vor der Zeitenwende kampflos geräumt worden. Damit bieten die Überreste der keltischen Kultur auf dem
Donnersberg vielfältige Einblicke in die ausgehende Vorgeschichte. Dies ist um so mehr der Fall, als die wichtigsten Objekte durch den ca. 4 km langen „Keltenweg“ erschlossen sind, in dessen
Verlauf aufeiner Reihe von Informations- tafeln die grundlegenden archäologischen Befunde erläutert werden. Dazu gehört auch, dass ein rekonstruierter Wallabschnitt den ursprünglichen Zustand der
Befestigung demonstriert.
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Schematische Darstellung des Ringwalles
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Zeichenerklärung:
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A - Ostwerk Az - Zwischenwerk B - Westwerk I - Schlackenwall II - Viereckschanze 1 - Rekonstruierter
Wallabschnitt 2 - Ludwigsturm 3 - Fernsehturm 4 - Radarstation 5 - Königsstuhl
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